Samstag, 28. Mai 2011

Kletterhalle Forchheim

Habt ihr Höhenangst? Ich schon, jedenfalls so sehr, dass meine Beine ins Schlottern geraten und mein Magen eine Etage tiefer rutscht. Trotz dieser Höhenangst war ich schon öfter im Kletterwald/ Hochseilgarten und habe dort einigen Spaß gehabt. Gestern war eine andere Art von Höhe dran: die Kletterwand. Mit oder ohne Überhang ging es die Wände hoch.

Ich war zum aller ersten Mal dabei und zuerst einmal überrascht wie teuer klettern ist. 10,50 Euro Eintritt, dann nochmal 2,50 Euro für den Gurt und 3 Euro für Leihschuhe. Natürlich Samstag/Sonntag nochmal teurer. Mir unverständlich, aber ok, für den Hochseilgarten habe ich auch 19 Euro hingelegt damals, also was solls.
Den Rest hatten meine Freunde dabei und so haben wir uns mal rangewagt.

Zuerst durfte ich eine 4+ klettern (4- < 4 < 4+ < 5- usw.), was für einen Einsteiger (Erwachsen, Kinder eher eine 3) schon ganz ok ist. Zu meiner eigenen Überraschung und vor allem der meiner Freundin, die mich gesichert hat, bin ich die Wand hoch"gerannt" wie der Blitz. Naja, während ich an der Wand hing und überlegt hab, kam mir wie hoch ich eigentlich in der Luft bin und dann musste ich das Denken durch Weiterklettern unterbinden!

Ganz übermütig habe ich mich danach an eine 6 gewagt, die mir eigentlich keiner zugetraut hätte. Die bin ich genauso hochgerannt, allerdings habe ich den letzten Meter nicht geschafft, weil der über Eck ging, ich die Steine nicht entdeckt habe, die ich gebraucht hätte und mein Kopf dann auch irgendwann losging. Aber alle haben ordentlich gelobt und ich mich gefreut wie ein kleines Kind.

Danach locker eine 5 hoch, auch über Eck, die Möglichkeiten zum Fuß abstellen wesentlich offensichtlicher und die Griffe auch wesentlich "griffiger" (Ab Stufe 6 werden die weniger angenehm).

Jetzt kann man sich überlegen, dass drei Touren schon unglaublich viel Überwindung und Muskelkraft benötigen. Das habe ich leider nicht getan. Die letzten 2 Touren (6- und 5) habe ich dann leider beide abbrechen müssen, weil mein Körper komplett blockiert hat. Ich hatte keinen Halt an den Händen, meine Füße hatten keinen Gripp und mein ganzer Körper hat wegen Überanstrengung und dadurch erzeugte Angst gezittert ohne Ende. Der Überhang der vorletzten Strecke, über den man sich ziehen musste, war dann mein erstes Ende. An der letzten Strecke bin ich dann auch abgerutscht und habe mir den Ellbogen aufgeschürft. Meine Sicherungsfreundin hing dann aufgrund des sehr überraschenden "Fallens" von mir ca. 10cm in der Luft (normalerweise muss sie sich voll in den Boden stemmen, weil sie leichter als ich ist), aber sie hat mich dann sanft runtergeholt, als sie selbst wieder am Boden war.

Meine Arme waren schlußendlich so dermaßen überanstrengt, dass ich die Autotür fast nicht aufbekommen habe und das Lenken wirklich anstrengend wurde. Ich denke daran könnt ihr euch am Besten vorstellen wie fordernd Klettern eigentlich ist.

Alles in allem ist es - trotz frustrierendem Ende - ein Genuss gewesen. Wenn es das nächste Mal an den Felsen gehen sollte, dann habe ich trotzdem sehr viel Respekt, selbst wenn ich eine leichte Route zugewiesen bekomme, weil die Griffe in diversen Farben einem Sicherheit geben (so lange man sie sieht). Es gab keine einzige Route, bei der ich keine Angst hatte, meine Beine haben immer gezittert, aber das Überwinden seiner Angst ist ein tolles Gefühl.

Und was besonders schön war, war dann auch noch die Jungs zu sehen, die seit 2 Jahren klettern. Die haben sich dann an eine 8 gewagt, die zwar auch nicht geschafft, hingen aber beeindruckend waagrecht in der Luft an einem Überhang. Toll anzusehen!

Nur für die, die es nicht wissen: Ab Stufe 8 fangen die Profi-Routen an. Innerhalb einer Schwierigkeitsstufe gibt es zudem verschiedene Unterstufen, so gilt es zum Beispiel irgendwann die Rotpunkt-Begehung zu schaffen, das heißt sich nie ins Seil zu setzen und dieses auch nie zu belasten, das heißt man klettert eine Route so, als wäre man nicht gesichert.

Ich bin gespannt ob und wenn ja wie lange ich das Klettern noch für mich als Sport begeisternswert empfinde. Momentan ist es, ganz ehrlich, mehr Überraschung und Anfangsbegeisterung, als Leidenschaft. Aber man muss ja nicht alles sporteln und ich hab noch einige Male Zeit festzustellen, ob das der richtige Sport für mich ist.

Montag, 23. Mai 2011

Dunkelfrühstück

In Nürnberg wird das Dunkelfrühstück angeboten, ein Frühstück ganz im Dunkeln, wie der Name schon sagt. Unter "dunkel" stellt man sich allerdings etwas anderes vor im ersten Moment, als einem dort begegnet. Kein einziger Lichtschein dringt durch die Wände des Cafés und die Kaffeetasse vor einem ist wirklich nicht zu erahnen. Die blinde Bedienung versorgt einen in aller Ruhe mit Speis und Trank. Viel Auswahl gibt es nicht: Wurst/Käse, Honig und Himbeermarmelade, Kaffee schwarz oder mit Kaffeesahne, Tee und Orangensaft. Allerdings reicht das für das erste Mal als "Blinde" auch schon. Die Kaffeesahne landete bei mir tendenziell eher auf der Serviette, als im Kaffee und von der Butter war ich so begeistert (Knistern, Ziehen, AUF!!!), dass ich ganz vergessen hatte zwischendurch, dass ich keine Butter auf dem Brot mag. Während ich die "Draufhau"-Methode entwickelte, die konkret heißt: Nehm die Marmelade/den Honig, taste dich über deine Brötchenhälfte, mach die Marmelade/den Honig auf, umdrehen, rausdrücken! - war meine Freundin geschickter und probierte es mit der klassischen Streich-Methode, was hin und wieder bei ihr für einen "Hab ich noch was auf dem Messer?!"-Verzweifler sorgte.

Im Vergleich zu den TV-Dokus, in denen Gängemenüs in solchen Lokalitäten präsentiert werden, ist das Dunkelfrühstück eher ernüchternd, aber ich denke als Einstieg perfekt geeignet um sich selbst die Frage zu beantworten: "Traue ich mich ein Vier-Gänge-Menü in kompletter Dunkelheit überhaupt?"

Das Erlebnisfeld ist im Eintrittspreis inklusive und ist für Familien mit Kindern tendenziell eher geeignet als für Erwachsene, wobei auch wir unseren Spaß hatten :)