Montag, 3. Januar 2011

2011: Weisheiten

Die Irritationen des Lebens können nur durch Humor realitätsgetreu dargestellt werden.

So meine Erkenntnis der ersten Tage 2011s. Wie war das Fest? Nun ja, wir haben mit zwei Freunden gefeiert, die überhaupt nicht zueinander passen konnten und sich absolut amüsiert haben miteinander (im unverfänglichen Sinne). Es ging nur ein Glas und eine Schale zu Bruch, mein Schulterbereich weist Spuren eines gewaltähnlichen Umgangs meines BHs mit mir auf und mein Freund erstaunt mich immer wieder.

Zu ersterem, dem zu Bruch gehen mehrerer Geschirrteile muss ich wohl nichts sagen, bis auf vielleicht, dass ich weder noch zerstört habe. So ist nun mal Silvester. Zu zweiterem möchte ich nun die weibliche Leserschaft fragen ob nur ich so empfindliche Haut habe, dass bei Minusgraden diese überempfindlich die durch stundenlange Bewegung erzeugte Reibung des Büstenhalters mit aufgeriebener Haut im Schulterbereich (also an der Naht) beantwortet?!

Letzteren Punkt möchte ich etwas ausführlicher Kommentieren: Mein Freund, der Wunderling! Kontaktfreudigkeit hat ihre Licht- und Schattenseiten, das ist mir schon klar, allerdings hat sie auch ihre Überraschungsmomente. So ist man kurz vor Weihnachten in einem Restaurant und regt sich die ganze Zeit über die schlechte Bedienung auf, da kommt die Rechnung, der Freund führt seinen gewohnten "Ich will alles und jeden kennenlernen, da man so interessante Geschichten und Menschen trifft"-Kleindialog und die blöde Pute Kellnerin bekommt 20 Euro Trinkgeld, weil doch Weihnachten ist. Ahja... grrrr.

Dann ist Silvester und kaum sind meine Freundin und ich auf der Toilette zum Quatschen und Verwendungszweckvertrautem verschwunden, quatscht mein Freund die nächsten Menschen voll und lässt sich gerade, als wir wieder kommen, in die fantastische Welt des Glücksspiels an Automaten einführen, während er einem vollkommen Unbekannten einen Fernet ausgibt und mit diesem auf 2011 trinkt... leider tat er dies auch mit uns... undankbares Getränk und irritierte Solange: "Äh.. können wir dann jetzt weiter?!"

Noch in der gleichen Nacht quatscht er dann auf der Treppe eines Clubs unserer Stadt ein Mädel voll und lässt sich von ihr beleidigen, weil sie sich angeflirtet fühlt, während ich zwei Meter weiter stehe, es besser weiß und mich frage warum er sich nicht einmal fest zwicken kann, wenn er den Redeimpuls verspürt, statt in einer eh eher frauenfeindlichen Atmosphäre (ihr seid doch sicher betrunken und ich bin der tollste Hecht der Welt und werde deswegen bei euch landen) den falschen Eindruck zu hinterlassen.

Nun ja, irgendwann hat die Jahreswende auch ihr Ende gefunden und man verfolgt wieder den Alltag, geht in einem Drogeriemarkt etwas kaufen und entdeckt dann überraschender Weise das Ende der eigenen Geduld. Es lag einfach da, ich wusste nicht wieso, ausgeschlafen war ich doch, aber es glänzte so schön und war sehr reizvoll. Da ich mich aber manchmal auch benehmen kann endet die Geschichte eher sanft: Der Mann sammelt alle Utensilien, die soeben gekauft wurden ein und übersieht dabei eine Wimperntusche. Die Verkäuferin, nicht älter als ich, spricht ihn daraufhin an und er, dankbar und in der vertrauten Lage seine Kommunikation starten zu dürfen greift an: "Oh vielen lieben Dank, den habe ich schon eeeeewig gesucht, das ist aber lieb." und möchte gerade den nächsten Satz beginnen, da kommt das böse Weibchen (ICH) und fragt säuselnd: "Die haben wir doch gut für dich ausgesucht, oder?" und zerrt ihn aus dem Laden...


Für alle denen es so geht wie mir, denen die über meine Geschichte schmunzeln können, aber auch allen anderen, die es besser/schlechter erwischt haben: Frohes Neues!

Und nur noch eine Schlußbemerkung: Eigentlich bin ich ja froh so einen Freund zu haben, denn seine offene kommunikative Art begeistert mich facettenreich, aber wie es eben so ist mit diesem Wort "Eigentlich", manchmal gibt es Ausnahmen und manchmal will man ohne Zwischenfälle doch einfach nur eine Wimperntusche kaufen...

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