Wenn mein Papa von einer Geschäftsreise nach Hause kam, dann war das für mich etwas sehr erfreuliches, da er mir meistens etwas mitgebracht hat, von diesen Reisen. Aus Schweden meistens Elchsocken oder ein Plüschelch, aus Italien mal kleine Parfumflakons oder innerhalb von Deutschland auch mal ein Poster von "Susi und Strolch" um das er gebeten hat, als er es in einem Lokal gesehen hatte. Zwischendurch gab es auch mal nichts, aber das machte die Mitbringsel umso besonderer.
Was eine Geschäftsreise bedeutet war mir nicht wirklich klar, auch wenn wir manchmal mitdurften. Wieso zu einem Geschäftspartner oder einem Kurs reisen? Es gab schon damals Telefone und sogar Internet!
Heute darf ich - nicht zum ersten Mal - auch eine Geschäftsreise antreten, sogar auf Einladung. Ich fühle mich geehrt, gehe meinen Vortrag auf der Zugreise sicher noch einige Male durch, bin aber prinzipiell meiner Sache sicher und freue mich auf den Vorabend bei meiner Freundin Steffi. Morgen ist dann wieder Abreise, auch ganz geschäftsfrauisch.
Meine Kleidung für den Vortrag liegt schon (das Wort ist etwas ungünstig gewählt, da ich vorhin erst gepackt habe... allerdings wusste ich schon vor 2 Monaten was ich tragen würde) im Koffer, Catsitting ist organisiert, bald geht es los. Als Kind hätte ich mir wohl nie erträumen lassen, dass ich jemals so eine Reise antreten werde (ehrlich gesagt hätte ich das auch noch als Studienanfänger bezweifelt) und daher möche ich diese auch hiermit festhalten, sie emotional für mich ausfüllen und genießen.. bevor - ja, so ist wohl die Realität - diese Art von Reisen für mich etwas Normales oder gar Aufwendiges wird.
Ich zelebriere also diesen Tag, feiere mich ein wenig selbst (auf der Rückreise noch ein wenig mehr, da der Vortrag dann hinter mir liegt) und bringe - aus Mangel von Nachwuchs - vielleicht mir selbst ein paar Elchsocken mit ;-)
vor 7 Jahren